Ortstypische Note an allen 4 Ecken

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Der Mechernich Künstler Franz Kruse (l.) zeigt Ortsvorsteher Robert Ohlerth die ersten Entwürfe für „seine“ Kallmuther Ortseingänge, die neu und passend zur Geschichte des Dorfes gestaltet werden sollen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Kallmuth – Vier Ortseingänge führen in das 395-Seelen-Dorf Kallmuth hinein. Reisenden vermitteln diese „Entrees“ einen ersten und wohl auch bleibenden Eindruck. Ein Stück Heimat und damit Nachhause-Kommen bedeuten sie für Einwohner. Nun soll in Kallmuth jeder Ortseingang neugestaltet werden und damit auch eine ortstypische Note passend zur Geschichte des Heimatdorfes erhalten.

Für drei Entwürfe und Ideen wurde der Mechernicher Künstler Franz Kruse mit ins Boot geholt. Der Kallmuther Winfried Stoffels erarbeitete mit Sohn Martin einen vierten Vorschlag.

Damit ist dem Dorf ein großer Wurf gelungen. Themen wie die Kallmuther Burg, Bergbau-Geschichte, Landwirtschaft und nicht zuletzt der St. Georgsritt sollen sich jeweils an den vier Eingängen wiederfinden. Allerdings braucht man für eine solche Maßnahme auch Geld. Geld, dass die Kallmuther nicht unter dem Kopfkissen parat hatten, aber mit viel Engagement und Kreativität besorgten.



Auch Winfried Stoffels bringt mit Sohn Martin seine Ideen und ein Wagenrad (Bild) aus früheren Zeiten für einen der vier Ortseingänge ein. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Vier Vereine des Dorfes, darunter der Kirchenchor, der Musikverein, das Ortskartell und der St.-Georgs-Ausschuss bewarben sich um den sogenannten „Heimat-Scheck“. Mit diesem Heimat-Förder-Programm in Nordrhein-Westfalen bot das Landesministerium finanzielle Unterstützung für Vereine und andere ehrenamtliche Initiativen von bis zu 2.000 Euro.

Der Stolz ist Ortsvorsteher Robert Ohlerth ins Gesicht geschrieben, darüber, dass die Kallmuther Vereine die Aktion gemeinschaftlich gestemmt bekommen haben. Denn nur mit einer konzertierten Aktion konnte am Ende die Gesamtsumme von 8.000 Euro für Kallmuth zusammenkommen.

 

Heimatwissen vermitteln

 

„Die Förderung ist aber auch an bestimmte Kriterien gebunden, die erfüllt sein müssen“, berichtet Ohlerth. So müsse die geförderte Idee Heimatwissen vermitteln und damit einen konkreten Bezug zum Dorf, den Menschen, seiner Geologie und seiner Geschichte haben.

Die ersten Entwürfe liegen bereits auf dem Tisch des Ortskartells. Details wie Noten zur Burgsilhouette, ein Herz bei der Lore, Kartsteine aus der Region sowie ein Pferd mitsamt Reiter und ein Schriftzug „Herzlich willkommen“ sind zu entdecken. Wo letztendlich welches Kunstwerk platziert wird, müsse noch festgelegt werden, so Ohlerth.



Ortsvorsteher Robert Ohlerth ist stolz auf die Vereine, die in Kallmuth an einem Strang gezogen haben, um die vier Ortseingänge zu gestalten. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Das bereits 2019 eingeweihte „Orts-Schild“ mit dem an die 2008 in Kallmuth gedrehte Serie „Mord mit Aussicht“ erinnert wird, sei nicht betroffen und werde weiterhin auf Veranstaltungen im Ort hinweisen.

Grünes Licht für die neuen Ideen hat Ohlerth von den Vereinen bereits erhalten. Jetzt dürfen die Kreativen loslegen und erst mal kräftig werkeln.

Kruse bringt nicht nur künstlerische Kreativität, sondern auch reichlich Erfahrung mit ein, schließlich wurden von ihm schon vier Ortseingänge für Floisdorf gestaltet. Familie Stoffels stiftet zur ihrem Gestaltungsvorschlag ein gut erhaltenes Wagenrad, das aus früheren Zeiten stammt und auf den Feldern rund um Kallmuth zum Einsatz kam.

pp/Agentur ProfiPress